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Wie lange darf die Miete gemindert werden?

Die Antwort, wie lange darf die Miete gemindert werden, erschließt sich bereits aus dem Sachzusammenhang, nämlich: So lange, so lange der Mangel besteht und der Mieter die Wohnung nicht vertragsgemäß nutzen kann.

Die Höhe einer Mietminderung richtet sich nämlich nach dem Umfang der Beeinträchtigung des vertragsgemäßen Gebrauchs. Sie berechnet sich von dem Augenblick an, in dem der Mangel aufgetreten ist, bis zu dem Zeitpunkt, in dem der Vermieter den Mangel beseitigt (Heizung ist repariert) oder der Mangel sich selbst erledigt hat (Baustelle).

Alles was es beim Zeitraum für die Mietminderung zu beachten gibt, lesen Sie in diesem Artikel.

Gemindert wird automatisch

Die Minderung tritt automatisch kraft Gesetzes ein. Auf ein Verschulden des Vermieters kommt es dabei nicht an.

Das Gesetz stellt auch nicht auf die Mängelanzeige beim Vermieter ab. Ab dem Moment, in dem der Mangel sich zeigt, kann der Mieter mindern.

Auch der Zeitraum, in dem der Vermieter versucht, den Mangel zu beseitigen, gehört zum Zeitraum, in dem die Miete gemindert werden darf.

Ungeachtet dessen ist der Mieter verpflichtet, dem Vermieter den Mangel der Mietsache unverzüglich anzuzeigen. Sobald der Vermieter den Mangel beseitigt hat oder sich der Mangel von selbst erledigt, endet auch das Recht des Mieters, die Miete zu mindern.


Tageweiser Mängelauftritt ist schwierig zu erfassen

Zeigt sich der Mangel nur zeitweise oder tageweise (Nachbar randaliert, wenn er getrunken hat), muss der Mieter die Mietminderung tageweise berechnen. Die Grenzziehung ist dabei schwierig, wenn sich Mängel nur zeitweilig auswirken, auftreten und wieder verschwinden.

Umstände bestimmen, wie lange sich die Miete reduziert

Maßgebend sind immer die Umstände des Einzelfalls, anhand derer festzustellen ist, wie lange und in welchem Ausmaß die Gebrauchstauglichkeit der Mietsache beeinträchtigt ist. Pauschale Vorgaben gibt es dazu nicht. Treten Mängel nur vereinzelt auf, muss der Mieter im Idealfall anhand eines Mängelprotokolls dokumentieren, wann, wo und in welcher Form der Mangel in Erscheinung getreten ist.

6 Antworten auf "Wie lange darf die Miete gemindert werden?"

  • Kluge
    28. November 2016 - 11:30 Antworten

    Erdgeschoßwohnung: Aus der Toilette, der Dusche und der Badewanne treten Fäkalien aus und laufen ins Bad. Das ganze passiert mehrere Male hintereinander. Es wird beim letzten Mal eine Rohreinigungsfirma geholt (nachts) und die bescheinigt, das die Rohre zugesetzt sind und es in kürzester zeit ca. 3 Wochen wieder passieren kann. Sie bescheinigt ebenfalls, das eine normale Rohrreinigung nicht erfolgen kann, da das Material der Rohre schlechte Qualität hat und sie mit schweren Ketten die Rohre kaputt machen. Es müssen Rohre ausgetauscht werden, das ergbit die Analyse. Kostenvoranschlag 7000 Euro, der Vermieter zögert jedoch, es machen zu lassen. Es wird jetzt befürchtet, da der Durchmesser des Durchlasses nur noch ca. 12 cm ist, das es zu Weihnachten, wenn auch die Mieter zu Hause sind und noch Besuch haben, also die Toilette öfter benutzt wird es unweigerlich wieder dazu kommt, das Abfluss nicht gewährleistet ist und es sich zurück staut und wieder raus kommt bei uns. Sowie die Rohreingungsfirma das eingeschätzt hat. Nachdem wir schon mehrere Male die „Fäkalien“ beseitigt haben, sind wir nicht mehr gewillt, das ein weiteres Mal zu tun. Der Vermieter will keine Abhilfe schaffen. Wie können wir vorgehen. Mitten in der Nacht anrufen – ausziehen – wer muss das machen?

    • Mietminderung.org
      28. November 2016 - 13:15 Antworten

      Hallo Herr/Frau Kluge,

      natürlich ist der Vermieter für die Instandhaltung der Rohe verantwortlich. Auf der anderen Seite werden Sie ihn nicht ohne weiteres dazu zwingen können. Als erster Schritt bleibt Ihnen die Mietminderung – wenn ein Mangel vorliegt. Ich würde mich an Ihrer Stelle rechtlich beraten lassen. Ein Anwalt wird Ihnen – auch auf Grundlage der Aussagen der Sanitär-Firma – besser helfen können.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

  • Christin Spoerl
    26. April 2017 - 19:25 Antworten

    Guten Abend. Für 4 Wochen soll mein Bad „saniert “ werden da durch die Hausverwaltung festgestellt wurde dass damals Wasserrohre verbaut wurden die nach der Zeit Risse aufweisen. Für 12 Parteien sollen unten im Hof mobile Bäder zur Verfügung gestellt werden. Habe ich das Recht auf Mietminderung? Wenn ja, „provoziere“ ich dadurch eventuell eine Mieterhöhung? MfG

  • Maier
    20. Januar 2018 - 13:50 Antworten

    Guten Tag. Seit 1.11. haben wir eine Neubauwohnung bezogen mit Fahrstuhl. Zum Einzugstermin wurde uns gesagt, der Fahrstuhl wird erst betrieben, sobald alle Mieter die Wohnungen bezogen haben, um Schäden und Dellen im und am Fahrstuhl zu vermeiden.

    Nun, 2,5 Monate später funktioniert der Fahrstuhl immer noch nicht und ich habe über die Hausverwaltung erfahren, dass die TÜV-Abnahme noch fehlt.
    Erstmals beschwert haben wir uns über den nicht funktionierenden Aufzug am 20.12.17, da wir ja immer „hingehalten“ wurden.

    Können wir rückwirkend die Miete noch mindern für November, Dezember, Januar?
    Wenn ja, um wie viel Prozent ca.? Bei den Beiträgen zu aktuellen Rechtssprechungen finde ich immer nur kurzzeitige Ausfälle von 10-20 Tagen, bei denen im 2. OG meist 4,5 Prozent abgezogen wurden.
    Bei uns sind es nun schon über 60 Tage (seit Einzug des Neubau).
    Wir wohnen um 2. OG.

    Freundliche Grüße

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