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Mietminderung nach einem Abwasserschaden

Die Gebäudeversicherung reguliert einen Wasserschaden nur dann, wenn er in einem defekten Leitungsrohr der Wasser- und Heizungsversorgung aufgetreten ist, nicht aber im Fall eines Rückstaus in der Kanalisation. Dessen ungeachtet steht dem Mieter eine Mietminderung zu, wenn der Abwasserschaden die Gebrauchstauglichkeit von Wohnung oder Keller beeinträchtigt.

Die Minderungsquote bemisst sich nach dem Ausmaß der Gebrauchsbeeinträchtigung und muss der Situation angemessen sein. Dabei kommt es auch darauf an, über welche Zeiträume und über welches  Ausmaß sich die Gebrauchsbeeinträchtigung erstreckt.

Abwasser kann zu Schäden führen, wenn es aus einem defekten Abwasserrohr austritt oder die Toilette überläuft. Läuft die Kanalisation infolge eines Wolkenbruchs über, kann der Rückfluss den im Keller gelagerten Hausrat des Mieters zerstören. Der Vermieter haftet, wenn er schuldhaft keine Rückstauklappe eingesetzt hat, auf Schadensersatz und Minderung der Miete.

Einzelfälle aus der Rechtsprechung

Einschlägige Gerichtsentscheidungen sind immer einzelfallbedingt. Sie dienen allenfalls als Orientierungshilfe für die Beurteilung der eigenen Situation! Es finden sich nur ganz wenige Entscheidungen zum Abwasserschaden.

  • Defekter Abfluss, Fäkalienrückfluss: 3 % (AG Berlin- Schöneberg GE 1991, 527);
  • Abfluss staut und führt zum Ausfluss übelriechenden Wassers: 38 % (AG Groß-Gerau WuM 1980, 128);
  • Keller steht unter Wasser: 5 %  Mietminderung (AG Osnabrück ZMR 1987, 342);
  • Völlige Durchfeuchtung der Wohnung aufgrund eines Wasserschadens: 100 % (LG Berlin MM 1988, 148);
  • 50 % Mietminderung, wenn eine achtzigjährige Mieterin die verstopfte Toilette nicht benutzen kann und im Badezimmer durch den Rückstau eine Abwasserüberschwemmung eingetreten ist (AG Hannover, Urt. v. 10.10.2008, 559 C 3475/08). Zusätzlich erhielt die Frau ein Schmerzensgeld von 250 €, da sie infolge ihres Alters durch die Nichtbenutzbarkeit der Toilette auch gesundheitlich erheblich beeinträchtigt war.

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