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Mangel vom Vermieter verschwiegen: Mietminderung oder (vorzeitige) Kündigung möglich?

Ehrlich währt am längsten! Dies gilt auch im Mietrecht. Wird ein Mangel vom Vermieter tatsächlich verschwiegen, handelt er in aller Regel arglistig. Auf Arglist reagiert das Gesetz empfindlich.

Der Vermieter verschweigt einen Mangel, wenn er den Mieter über bestimmte Umstände nicht informiert, obwohl er nach dem Grundsatz von Treu und Glauben zur Aufklärung verpflichtet wäre. Dabei kommt es darauf an, ob der Mieter redlicherweise eine Aufklärung erwarten darf (BGH NJW 1989, 763).

Eine ähnliche und sehr anschauliche Situation gibt es beim Autokauf:

Muss der Verkäufer davon ausgehen, dass ein bestimmter Umstand (Unfallfreiheit, Ölverlust am Motor) für den Kaufinteressenten wichtig ist und für dessen Kaufentscheidung eine Rolle spielt, muss er ihn informieren. Andernfalls handelt der Verkäufer arglistig.

Wird der Mangel verschwiegen, verletzt der Vermieter seine Aufklärungspflicht

Der Umfang der Aufklärungspflicht hängt von den Umständen des Einzelfalles ab. Der Vermieter muss den Mieter über die Umstände und Rechtsverhältnisse der Mietsache aufklären, die aus Sicht des Vermieters für  die Entscheidung des Mieters zum Abschluss des Mietvertrages relevant sind (BGH ZMR 2000, 513). Dazu gehören insbesondere solche Umstände und Gegebenheiten, die den vertragsgemäßen Gebrauch der Mietsache beeinträchtigen können (Bordellbetrieb in der Nachbarwohnung).

Eine Aufklärungspflicht besteht allenfalls dann nicht, wenn der Vermieter aufgrund der Situation davon ausgehen durfte, dass der Mieter die Mängel kennt (Baustelle vor dem Haus) oder es sich um Nachteile handelt, die vertragsgemäß sind (Anmietung einer Altbauwohnung).

Arglist auf Seiten des Vermieters setzt zudem voraus, dass er sich bewusst ist, dass er unvollständige Angaben macht und davon ausgeht, dass der Mieter bei einer wahrheitsgemäßen und vollständigen Information den Mietvertrag  entweder überhaupt nicht oder allenfalls zu anderen Bedingungen abgeschlossen hätte.

Dafür genügt es auch, wenn der Vermieter ohne konkrete Anhaltspunkte ins Blaue hinein unrichtige Angaben macht (BGH NJW 1981, 864). Beispiel: Der Vermieter behauptet ohne Erfahrungswerte ernsthaft, die Nebenkosten der Neubauwohnung betragen höchstens die Hälfte der sonst üblichen Nebenkosten (Kenntnis der eigenen Unkenntnis).

Keine Arglist ist  dem Vermieter vorzuwerfen, wenn er selbst, wenn auch grob fahrlässig, darauf vertraut, dass ein bestimmter Mangel nicht vorliegt oder nur vorübergehend in Erscheinung treten werde (Neubaufeuchtigkeit).

Will der Vermieter einen Mietinteressenten zum Abschluss des Mietvertrages verleiten und behauptet er dazu wahrheitswidrig, dass die Energiekosten z.B. bei nur 150 €/Monat liegen, während diese tatsächlich bei mindestens z.B. 300 €/Monat anzusetzen sind, handelt er arglistig (BGH NJW 2004, 1102).

Das sind die Folgen: Mietminderung, Anfechtung, Kündigung

Stellt sich die Situation heraus, muss der Mieter entscheiden, was er will. Will er in der Wohnung verbleiben, kann er wegen des Mangels die Miete mindern.

Ferner kann der Mieter den Mietvertrag anfechten (§ 123 BGB) und braucht das Mietverhältnis nicht anzutreten oder kann ausziehen. Die Anfechtung muss binnen Jahresfrist erfolgen, ab dem Zeitpunkt, in dem der Mieter die Täuschung entdeckt.

Gleichermaßen kommt auch ein fristloses Kündigungsrecht in Betracht.

Beispiel:

Nach Einzug stellt sich heraus, dass sich die Wohnung in einem gesundheitsgefährdenden Zustand befindet (Schimmelbildung, Unbeheizbarkeit, Formaldehydkonzentration über Grenzwert). Dazu genügt es bereits, wenn der Gesundheitsschaden droht. Ein konkreter Schaden ist noch nicht erforderlich (LG Lübeck ZMR 2002, 431).

Voraussetzung für eine fristlose Kündigung ist aber, dass der Mangel sich tatsächlich als wichtiger Grund herausstellt, der es dem Mieter absolut unzumutbar macht, das Mietverhältnis fortzusetzen.

24 Antworten auf "Mangel vom Vermieter verschwiegen: Mietminderung oder (vorzeitige) Kündigung möglich?"

  • Schmidt
    4. Januar 2018 - 19:32 Antworten

    Hallo, mir wurde bei Besichtigung der Wohnung, wo ich die Malerarbeitem und Steckdosen aus Kaisers Zeiten reklamierte, eine Nachbesserung zugesagt. Bei der Schlüselübergabe habe ich festgestellt, dass nicht von dem ausgeführt wurde. Ich schrieb alle Mängel auf:

    Schimmel an den Fenstern im Bad und Wohnzimmer, Balkon, ganze Aussenfassade schwarz und sporig. Strom wie zu Kaisers Zeiten: keine 2 Geräte zusammen. ZBsp. Spülmaschine, dann Nutzung des Staubsauger nicht möglich. Waschmaschine und Trockner gemeinsam geht auch nicht. Ständig fallen die Sicherungen heraus. Abflussrohr des Waschmaschinenanschluss verstopft. Bad unter Wasser. Steckdosen brechen raus beim Ziehen des Handyladekabels. Kein Internet möglich, weil es keine Verkabelung gibt. Nur DSL bis 16.000 KBit, obwohl ich bei der Besichtigung sagte, dass ich das Internet beruflich benötige.

    Ich habe 1200€ für die Umzugsfirma bezahlt. Das wohnen in dieser Wohnung ist Stand 2018 eine Zumutung. Sämtliche Schäden wurden verschwiegen. 6 Tage (26.12) vor dem offiziellen Einzug bat ich um Rückmeldung und Aufhebung des Mietvertrags. Niemand rief zurück- auch der Makler nicht. Am 2. Tag nach dem Einzug (2.1.) fand ein Gespräch mit dem Vermieter statt, wo ich um Behebung der Schäden etc. bat und um Aufhebung des Vertrag. Und wegen den verschwiegenen Mängel um Übernahme der mir entstandenen Umzugskosten oder die Übernahme derer bei Auszug. Der Vermieter sieht es anders. Sein Argument: es sei ein Altbau.

    Was kann ich tun? Was ist mein Recht. Bin gerade völlig verzweifelt.

    • Mietminderung.org
      8. Januar 2018 - 10:36 Antworten

      Hallo Schmidt,

      grundsätzlich muss Ihnen kein Vermieter eine Wohnung im Neubau-ZUstand vermieten. Alle Schäden die beseitigt werden sollen, sollten immer schriftlich im Übergabeprotokoll oder im Mietvertrag festgehalten werden. Das die Meinungen auseinander gehen, kann man an diesem Mangel hier sehen „ganze Aussenfassade schwarz und sporig“ –> was soll das bedeuten. Es handelt sich wahrscheinlich um eine Putzfassade in entsprechendem Alter. Das ist der Zustand den Sie angemietet haben.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

  • Marsela
    6. März 2018 - 22:30 Antworten

    Gilt dies auch, wenn verschwiegen wurde, dass das Wasser mit Legionellen verseucht ist?

    • Schorch Andre
      4. Mai 2020 - 15:51 Antworten

      Guten Tag ich habe letzten Jahr im Oktober eine Wohnung mit Balkon in der ersten Etage gemietet. Damals bei der Besichtigung ect. , ist mir leider nicht aufgefallen das es sich um eine Einbruchswohnung handelt. Die Balkontür weist von oben bis unter Hebelspuren auf.Auf Nachfrage bei meim Vermieter wurde mir gesagt es ist Ihnen nichts bekannt. Heute habe ich mit einer Nachbarin gesprochen die den Vormieter persönlich kannte, Sie sagte zu mir es würde letztes Jahr innerhalb von 4 Wochen 2 mal eingebrochen.Es wurde keine neue Tür eingesetzt und das Fenster ist undicht und habe habe dadurch kein sicheres Gefühl mehr da zu Wohnen.

      Kann ich mein Mietvertag anfechten oder sonstiges?

      Vielen Dank

      • Mietminderung.org
        4. Mai 2020 - 15:58 Antworten

        Hallo Andre,

        Sie könnten Sicherheitsmaßnahmen ergreifen oder die Wohnung mit der gesetzlichen Kündigungsfrist kündigen.

        Viele Grüße

        Dennis Hundt

        • Schorch Andre
          4. Mai 2020 - 16:13 Antworten

          Ich habe leider eine Mindestlaufzeit von 2 Jahre also bis nächstes Jahr Oktober.

  • Müller
    22. Juli 2018 - 19:48 Antworten

    Guten Tag,

    ich bin vor ca. 2 Monaten in eine frisch renovierte Wohnung im Erdgeschoss eingezogen. Alles schien in Ordnung zu sein, bis vor 2 Wochen unser Hauptabflussrohr durch die Nachbarn verstopft wurde. Somit lief mein Badezimmer mit dem „Abflussgut“ meiner Nachbarn voll. Als Folge musste der Sanitärnotdienst gerufen und das Rohr geräumt werden. Glücklicherweise war ich zu Hause und konnte einen Wasserschaden durch händisches Ausschöpfen unterbinden.

    Nachdem ich einen Dankesbrief an meine geschätzten Nachbarn an der Hauseingangstür angebracht hatte, ereilte sich am Abend des gleichen Tages die gleiche Situation: ein Knäuel Feuchtetücher blockierte wieder den Abfluss und das Bad lief voll.

    Am nächsten Tag traf ich eine besorgte Nachbarin an, die mir erzählte, dass meine Wohnung in der Vergangenheit schon öfter aufgrund von Wasserschäden leer stand und saniert werden musste.

    Das Fluten der Wohnung scheint sich wohl in diesem Haus zum Volkssport entwickelt zu haben.

    Lange Rede, kurzer Sinn. Diese Information hat mir der Vermieter natürlich verschwiegen. Es stellt sich also die Frage, ob er mich darüber informieren musste? Falls ja, wie sollte ich am besten vorgehen?

    Vielen Dank im Voraus für Ihren Rat!

    Mit freundlichen Grüßen
    M. Müller

  • Hanne
    25. Oktober 2018 - 10:06 Antworten

    Hallo!

    meine Frage bezieht sich auf Folgendes aus dem Artikel oben:

    „Will der Vermieter einen Mietinteressenten zum Abschluss des Mietvertrages verleiten und behauptet er dazu wahrheitswidrig, dass die Energiekosten z.B. bei nur 150 €/Monat liegen, während diese tatsächlich bei mindestens z.B. 300 €/Monat anzusetzen sind, handelt er arglistig (BGH NJW 2004, 1102).“

    Wir sind zum 1.10.2018 in eine Wohnung eingezogen, die laut Wohnungsanzeige über eine Zentralheizung verfügt. Die genaue Formulierung war: „Das Haus hat eine Ölzentralheizung. Die Heizkosten sind in den Hebenkosten mit dabei.“

    Fakt ist: Es gibt keine Zentralheizung und wir müssen für die Heizkosten durch einen eigenen Gasvertrag aufkommen. Unser Ansprechpartner (nicht direkt der Vermieter) gab sich unwissend, nachdem wir schon eine Zeit lang kritisch nachfragen, warum die Heizungen nicht warm werden. Im Standardmietvertrag wurde der Punkt „Warmwasser“ z.B. durchgestrichen, da wir hierfür selbst aufkommen müssen. Der Punkt „Heizung“ jedoch nicht.

    Fällt das unter arglistige Täuschung? Wir möchten ungern ausziehen und die Wohnungssuche nochmal durchmachen müssen. Wir sehen es aber auch nicht ein, eine dreiste Falschangabe auf uns sitzen zu lassen. Kann man eine Minderung der Betriebskosten (90€ im Monat) verlangen?

    Herzlichen Dank, Hanne

  • Sonja
    10. Dezember 2020 - 21:16 Antworten

    Guten Tag,

    Wir haben einen zwei Jahres Mietvertrag unterschrieben. Jedoch hat uns der Vermieter nicht darüber aufgeklärt, dass unter uns eine kleine Werkstatt in den Kellerräumen ist, die den ganzen Tag über Lärm macht. Uns wurde nur gesagt, dass die Kellerräume Vermietet sind .

    Ist dies ein Grund, um den Mietvertrag anzufechten und bereits vor der zwei Jahres Frist auszuziehen ?

    Mit freundlichen Grüßen
    Sonja

    • Mietminderung.org
      14. Dezember 2020 - 08:03 Antworten

      Hallo Sonja,

      wenn Sie vor Mietvertragsabschluss davon hätten Kenntnis erlangen hätten können, haben Sie schlechte Karten (z.B. ein Firmenschild). Ansonsten wäre der erste Schritt eine mögliche Mietminderung.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

  • Alexander
    24. Dezember 2020 - 10:34 Antworten

    Guten Tag,
    wir sind vor ca. 15 Monaten in eine Wohnung in einem eigentlich 2 Familienhaus eingezogen – Vermieter Ehepaar lebt unter uns. Ein Kriterium war damals bei uns, eine Wohnung zu finden, in der keine Partei über uns wohnt. Auf Nachfrage erklärte uns die Vermieterin bei der Besichtigung, dass über uns der Dachboden nicht bewohnt sei. Nun verhält es sich aber so, dass der Sohn der Vermieter in unregelmäßigen Abständen zu Besuch ist – mal 3 Tage, 1,5 Monate zuletzt 2 volle Monate am Stück, aktuell seit gestern wieder“eingezogen“. Aufgrund der Lärmbelästigung (keine Trittschalldämmung, hellhöriges Haus, laute Musik, im Stehen Pinkeln etc.) für uns der blanke Horror. Welche Rechte haben wir hier? Oder müssen wir dies so akzeptieren? Die Vermieter reagierten äußerst schroff auf die bloße Feststellung der Tatsache (angesprochen nach einem Jahr wohndauer unsererseits).
    Danke im Vorraus

    • Mietminderung.org
      6. Januar 2021 - 10:29 Antworten

      Hallo Alexander,

      mein erste Gedanke ist, one der Dachboden überhaupt für den dauerhaften Aufenthalt zugelassen ist. Stichworte: Wohnraum und Brandschutz. Wie Sie es drehen und wenden – jede Kritik wird leider nicht auf das Verhältnis zum Vermieter einzahlen.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

  • Nicole Peine
    30. Dezember 2020 - 20:24 Antworten

    Ich bin August 2019 in eine neue Wohnung gezogen (67qm). Eingezogen bin ich mit einer Miete von 456€ warm. Nach einem halben Jahr wurde die Miete auf 474,25€ hochgesetzt, da anscheinend die Nebenkosten höher waren. Von vorherigen Mietern, die man auf Zufall kennengelernt hat durfte man dann erfahren, dass es mehrere Schimmelprobleme in dieser Wohnung gab. Jetzt nach nicht einmal 1,5 Jahren kommt der Schimmel mit wieder durch. Im Kinderzimmer ist es am schlimmsten. Was kann ich tun? Bei Einzug wurden wir nicht darauf hingewiesen. Im Keller hatte wir schon so einen großen Befall von Schimmel, dass wir heute 30.12.2020 die Hälfte wegwerfen konnten. Welches Recht hätte ich? Mietminderung um welche Höhe? Ich weiß ein sofortiger Auszug wäre mein Recht, nur fehlt mir das Geld bzw. müsste man erst einmal eine passende Wohnung so schnell finden.

  • Angela Burth
    16. Januar 2021 - 14:45 Antworten

    Guten Tag Herr Hundt

    wir sind am 01.01.2021 in ein altes Bauernhaus gezogen was die letzten drei Monate vom Vermieter renoviert wurde da er einiges neu machen wollte und auch Rohre und teils Wärmedämmung angebrachte .

    Als wir die Übergabe hatten hatte einen Schimmelsachverständigen dabei und zugleich ist dieser Herr auch der Bauherr gewesen , sie hatten runde Ecken getätigt an den Wänden usw .

    Dieser fotografierte alle Zimmer und Ecken und redete die ganze Zeit vom Lüftungsverhalten .

    Wir wohnen jetzt zwei Wochen drin unsere Kleine hat die ganze Zeit ein nasse ecke oberhalb der Außenwand und und im Schlafzimmer an der Ecke wird es schwarz sieht aus wie Schimmel . Darauf haben wir den Vermieter angerufen der dann einräumte das dieses Zimmer im Vorfeld ein Problem darstellte und darum dieses teure Verfahren der Renovierung .

    Aber das Zimmer von unserer Kleinen wäre nichts gewesen daran wären wir Schuld .

    Was können wir jetzt tun und was für Rechte haben wir als Mieter .

    Über eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar

    MFG Frau Burth

    • Mietminderung.org
      17. Januar 2021 - 11:44 Antworten

      Hallo Angela,

      der Vermieter und Sie müssen feststellen, wie es zur dem Schimmel gekommen ist. Finden Sie die Ursache. Die Frage ist, ist es ein bauliches oder ein Lüftungsproblem?

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

  • Cindy
    22. Januar 2021 - 23:04 Antworten

    Hallo, wie sieht es aus, wenn verschwiegen wurde das sich Ungeziefer in der Wohnung befindet? Wir sind umgezogen und in der neuen Wohnung haben wir Silberfische und das nicht grade wenig. Dies wurde uns vor dem Einzug nicht mitgeteilt.

  • Daniel
    30. Januar 2021 - 14:01 Antworten

    Hallo Herr Hundt,

    ich bin vor mittlerweile knapp 2,5 Jahren in eine Wohnung in einer Fußgängerzone gezogen. In den Geschäften in der Straße sind jedoch keine Bars, Restaurants oder Nachtclubs. Daher bin ich davon ausgegangen, dass die Lage trotz Innenstadt-Lage insgesamt recht ruhig sein sollte und dies wurde mir auf explizite Nachfrage an die Verwalterin bei der Wohnungsbesichtigung auch bestätigt. Leider hat sich dies als Trugschluss rausgestellt (und leider habe ich mich jetzt erst so mit dem Thema auseinander gesetzt, dass ich mich frage, ob ich dagegen vorgehen kann).

    Denn zum einen hat sich rausgestellt, dass in der Einkaufszone direkt unter meinen Fenstern täglich (montags bis samstags in der Zeit von 9.00 – 13.00 Uhr / 14.00 – 20.00 Uhr und Sonn- und Feiertags ab 11.00 Uhr) Straßenmusiker im Rhytmus von ca. 1-1,5 für je 30min spielen (so zumindest die Vorgabe der Stadt, jedoch spielen einzelne Musiker auch gern bis zu 60min). Tendenziell bekomme ich davon während normaler Arbeitszeiten ja nicht viel mit, aber am Wochenende und im Urlaub kann dies schon sehr belastend sein, zumal immer wieder die gleichen Musiker mit den selben Liedern spielen.

    Und zum anderen liegt die Straße mehr oder weniger zwischen dem Bushof und der „Partymeile“ und es handelt sich um einen Studentenstadt, sodass während der Abend- und Nachtstunden auch unter der Woche gerade im Sommer, wenn man die Fenster auf hat, eine sehr starke Lärmbelästigung vor liegt, bei der man die Gespräche unten auf der Straße Wort für Wort mithören kann.

    Beides hatte ich wie gesagt bei der Besichtigung der Wohnung explizit bei der Verwalterin nachgefragt (was mir natürlich schwerfallen wird nachzuweisen), da ich zu diesem Zeitpunkt auch komplett neu in die Stadt gezogen bin. Habe ich hier tendenziell Anspruch auf Mietminderung (auch rückwirkend).

    MfG Daniel

    • Mietminderung.org
      30. Januar 2021 - 14:40 Antworten

      Hallo Daniel,

      Sie beschreiben Probleme, die Sie mit umfassender Beschäftigung mit der Lage auch vor dem Mietvertragsabschluss hätten feststellen können. Und Ihren kleine Anmerkung in Klammern bringt die Beweisbarkeit bestimmter Auszusagen zur Wohneigenschaft auf den Punkt „(was mir natürlich schwerfallen wird nachzuweisen)“.

      Zudem befassen Sie sich jetzt, nach 2,5 Jahren, mit dem Thema. Niemand wird Sie in der Sache wirklich ernst nehmen.

      Also eher bescheidenen Chancen.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

  • elke kleber
    17. Februar 2021 - 19:32 Antworten

    Fristlose Kündigung möglich?

    Bei der Wohnungsbesichtigung der Wohnung, 50 m2 gross plus einem zur Nutzung aber nicht vermieteter Kellerteil, der ausgebaut ist, wurde als Heizart Fussbodenheizung angegeben. Auf meine frage hin, ob diese Heizart sehr teuer oder sparsam sei, wurde mir gesagt, dass dies eines der kostengünstigsten Heizsysteme wäre.
    In 5 Monaten hat die Heizung, vor allen Dingen die Heizung im Keller, die laut Vermieter immer laufen muss, 9400 Kwh verbraucht.
    Die Wohnung wurde am 21. September 2020 bezogen, von meinem 94 Jahre alten Vater, keine Waschmaschine oder sonst Stromfressende Elektrogeräte, Schlafzimmer nie beheizt, Heizung in dem EG wurde Ende November angeschaltet, aber seit Anfang Oktober 2020 haben wir einen exzessiv hohen Stromverbrauch bemerkt und beim Vermieter reklamiert.
    Dabei wurde auch angemerkt, dass wir mit einem Stromverbrauch von maximal 180 Euro gerechnet haben, aufgrund der Grösse der Wohnung und da mein Vater in der Wohnung zuvor, 70 m2 gross, einen Stromverbrauch von 32 Euro monatlich hatte und einen Heizung und Warmwasserverbrauch von monatlich 70 Euro hatte.
    Ein Elektriker, trotz Versprechen, wurde bis heute nicht gesehen, dann wurde eine Beteiligung an der Stromzahlung schriftlich und mündlich versprochen und wieder rückgängig gemacht, mein Vater kann sich die Wohnung zu diesem Preis, 50 m2, alles in allem 1300 Euro Warmmiete plus Strom, monatlich ca 600 Euro, nicht leisten, da er eine Rente von 2150 Euro hat.
    Wir haben Bürgen gemacht, aber auch für uns sind die Stromkosten zu hoch als monatliche zusätzliche Zahlung.
    Mein Vater hat daraufhin eine andere Wohnung gesucht, uns zieht jetzt am 1. März in eine Service Wohnanlage für alte Leute.
    ich habe mit dem Vermieter/Besitzer der Wohnung telefoniert und ihm gesagt,dass mein Vater ausziehen wird, und ob ich einen Nachmieter suchen kann, da der Mietvertrag für ein Jahr bis 31.08.2021 unterschrieben wurde.
    Aber auch hier kommt keine klare Antwort, da der Vermieter angibt von der Miete finanziell abhängig zu sein.
    Aber er kümmert sich weiterhin nicht um die hohen Stromkostenverursachung, auch hält er jetzt sein ursprüngliches Wort auf Beteiligung Stromkosten nicht mehr und er war bei der Besichtigung hinsichtlich der Heizungskosten nicht ehrlich.
    Geht da eine fristlose Kündigung?
    pS: Heizung ist nicht individuell regulierbar, da muss jedesmal der Vermieter kommen, im Keller war bis Januar gar kein Thermostat, und kann der Vermieter wirklich verlangen Nutzungsräume, die laut Mietvertrag nicht mitvermietet sind, zu beheizen?

    danke und Mit freundlichen Grüßen

    • Mietminderung.org
      18. Februar 2021 - 07:09 Antworten

      Hallo Elke,

      Sie sind an den Mietvertrag gebunden. In den Herbst und Wintermonaten (hier September bis Dezember) sind die Heizkosten immer höher als in den Sommermonaten. Es kommt bei diesem Einzugsdatum auch regelmäßig zu Nachzahlungen, da die ausgleichenden Vorauszahlungen der Sommermonate fehlen.

      Bitte lassen Sie sich bei Bedarf rechtlich beraten.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

  • Nika
    7. Juli 2021 - 11:52 Antworten

    Ich bin in eine WG eingezogen, bin dort zur Untermiete, ursprünglicher Plan war es, einen neuen Mietvertrag aufzusetzen, in dem ich und meine MitbewohnerInnen alle HauptmieterInnen sind.
    Nun ist es so, dass mir zu Beginn des Untermietvertrags von der ausgezogenen Hauptmieterin nicht gesagt wurde, dass sie für eine alte Küche etc. eine Ablöse iHv 400 Euro haben möchte. Sie will den Preis nicht wirklich verhandeln und ich würde gerne möglichst bald ausziehen und keine Miete mehr bezahlen. Problem wird sein, dass ich für das Zimmer in der momentanen Situation keine andere Untermieterin finde und der ehemalige Hauptmietvertrag und somit auch mein Untermietvertrag noch etwa 3 Monate läuft.
    Kann ich da etwas tun, in dem ich bspw. die Miete ab nächsten Monat nicht mehr an die Hauptmieterin zahle oder so?

    • Mietminderung.org
      12. Juli 2021 - 15:56 Antworten

      Hallo Nika,

      Sie müssen Ihre vertraglichen Pflichten als Untermieterin erfüllen.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

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